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Entzweit

Beitragvon W.Ritten » Mo 17. Jun 2019, 18:56  

Hallo zusammen,
wie ich schon in unserer Vorstellungsrunde gestern geschrieben habe, liegt meiner Romanidee eine Biografie zugrunde.
Die Zustände in Kinderheimen in den 50er Jahren wird eine große Rolle spielen, da sie den Charakter der Alma geprägt haben. Auch die Umstände, die dazu führten, dass die Geschwister getrennt wurden liegt in den Gegebenheiten der 50er Jahre. Hier geht es um die Thematik, dass uneheliche Kinder als Schande angesehen wurden.
Die Recherche zu alldem läuft :) 

grober Inhalt:

50er/60er Jahre:
 
Helene wächst relativ behütet bei ihrem Vater und ihrer Großmutter auf.
Seit einem Unfall, auf dem Hof der Großmutter, ist Helene gehbehindert. Wegen ihrer Behinderung wird sie, vor allem von ihren Mitschülern, benachteiligt und verhöhnt. Ihre Großmutter, eine warmherzige Frau, gibt ihr größtmöglichen Halt. Ihr Leben auf dem Hof ist voller Entbehrungen. Vater und Großmutter geben Helene aber alles, was möglich ist.
 
Alma, Helenes jüngere Schwester, wächst in einem Kinderheim und schließlich bei Pflegeeltern auf. Sie erfährt im Heim Misshandlung. Mit sechs Jahren finden sich Pflegeeltern, die Alma aufnehmen.
Ihre Pflegemutter, die keine eigenen Kinder bekommen kann, ist eifersüchtig auf die gute Beziehung zwischen dem Mädchen und ihrem Mann. Die Misshandlung geht, wenn auch nicht körperlich, weiter.
 

einige Zeit vor 2017:
 
Helene, die die Wohnung ihres verstorbenen Vaters räumen muss, findet Hinweise auf die Existenz einer Schwester. Völlig fassungslos über das jahrzehntelang gehütete Geheimnis, ist sie getrieben von dem Wunsch ihre Schwester zu finden.
 
2017: 
 
Nach Jahren der Suche findet Helene ihre Schwester Alma.
Alma, die von der Existenz der Schwester keine Ahnung hatte, ist wie vor den Kopf gestoßen. Die Ungerechtigkeit, dass ihre nur zwei Jahre ältere Schwester bei ihrer Familie aufwachsen durfte, schürt Neid und Hass. Das Leben im Heim und die Beziehung zu ihren Pflegeeltern hat sie verbittert.
 
Helene macht das Schicksal ihrer jüngeren Schwester sehr zu schaffen.
Sie kommt trotz ihrer Behinderung, Alt fühlt sie sich nicht, gut zurecht. Sie toleriert, dass sich Alma immer mehr in ihr Leben schleicht, sie immer mehr bevormundet. Anfangs sieht Helene in Alma eine Hilfe im Alltag, die ihr gelegen kommt und das Leben erleichtert.
Schließlich greift Alma immer mehr in das Leben der älteren Schwester ein. Sie geht Einkaufen, sorgt für Unterhaltung und schottet ihre Schwester damit immer mehr von der Außenwelt ab.
Als eine Wohnung im selben Haus frei wird, bringt Helene weder Kraft noch Mut auf, den Zuzug ihrer Schwester zu verhindern. Alma übernimmt die Kontrolle und zementiert ihren Platz in Helenes Leben.
 
Die romantische Vorstellung davon, eine Schwester zu haben, vergeht Helene langsam.
Der Gedanke, dass es besser gewesen wäre, ihre Schwester nicht zu suchen, bereitet ihr ein ebenso schlechtes Gewissen, wie der immer stärker werdende Wunsch zurück in die Eigenständigkeit.
Sie fühlt sich immer einsamer.
 
Dann zieht Maria ein. Für Maria scheint Helenes Behinderung nicht zu existieren. Sie bemerkt aber ihre Verzweiflung. Maria versucht, sich vor Helene zu stellen. Sie ist der positivste Mensch, dem Helene seit langem begegnet ist. Die beiden kommen sich näher und es entwickelt sich eine tiefe Bindung.
 
Alma wird eifersüchtig und kämpft mit perfiden Mitteln gegen Maria, von der sie glaubt, dass sie ihr die Schwester nehmen will.
Helene, die in Alma nicht nur das Schlechte sehen will, kämpft weiterhin gegen ihre Schuldgefühle, aber auch gegen die Gefühle, die sie für Maria empfindet.
Erst als Helene Maria verloren hat, bringt sie die Kraft auf, sich von Alma zu lösen.

Frage: Wird Helene ihre Schuldgefühle überwinden und sich damit aus der Umklammerung ihrer Schwester lösen?
Thema: Schuld, Liebe

Soviel zu meinem Projekt für heute.
Viele Grüße 
Sabine
 

 
W.Ritten
 
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Re: Entzweit

Beitragvon Bettina » Mo 17. Jun 2019, 19:17  

Liebe Sabine!
Wow, das ist eine spannende Geschichte - die würde ich sehr gerne lesen! Mir fällt keine Unlogik auf in deinem Plot. 
Wenn ich diese Story schreiben müsste, sähe ich, glaube ich, die größte Schwierigkeit darin, die emotionalen Zustände und Entwicklungen der beiden Protagonistinnen in Dialogen und Ereignissen deutlich zu machen und sie nicht nur zu beschreiben. 
Ich bin gespannt, wie du das lösen wirst und freue mich auf deine Texte!
 Liebe Grüße!
Bettina
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Re: Entzweit

Beitragvon barbara » Mo 17. Jun 2019, 19:55  

Liebe Sabine,


dein Romanprojekt klingt nach mehr als nach einem Belletristikwerk - es wird gesellschaftskritisch zugehen, du wirst vielleicht auf politisch/historische Begebenheiten eingehen, um die Lebensumstände im Heim der 50er/60er Jahre zu schildern und die Freundschaft zu Maria klingt jetzt schon wie die Anbahnung einer lesbischen Beziehung. Hm, alles nur mein erster Eindruck. "Schuld" ist ein häufiges Thema der großen Meister und immer wieder sehr erfolgreich, weil es dabei so viele verschiedene Blickwinkel gibt. Kennst du dich mit Psychologie aus? In vielen literarischen Werken sind Schuld-Theorien versteckt - Freud zum Beispiel mit seinem Ich, Es und Über-Ich.

Ich finde es hervorragend, dass dein Werk neben der Unterhaltung einen tieferen Sinn verfolgt, zumindest habe ich es so verstanden. Meine Vermutung ist, dass dein Roman kein typisches Happy-End haben kann, weil die Erfahrungen der Figuren zu tief sitzen, als dass sie das Vergangene einfach so vergessen können.


Ich habe beim Lesen deines Textes immer überlegt, wie nah man eigentlich biografischen Stoff verarbeiten soll / darf / kann. Wenn man die Menschen kennt oder kannte, darf man ihren literarischen Nachfolgern dann etwas Negatives andichten? Hm, verstehst du, was ich meine? Außer bei der Autobiografie ist der Ich-Erzähler nie dem Autor gleichzusetzen - daher steht ihm natürlich frei, seine fiktive Handlung so auszubauen, wie er möchte. Bei wahren Begebenheiten glaube ich, dass man sie niemals 1 zu 1 aufschreiben kann, wie die Realtiät war, sondern dass unweigerlich eine literarische Note hinzugefügt werden muss. Den Spagat stelle ich mir schwierig vor, weshalb ich ich selbst nie an solch ein Werk wagen würde. Respekt!


Soweit meine Überlegungen, viel Erfolg und bis später mal


barbara


P.S.: Ich habe gelesen, dass du aus Essen kommst. Ich bin dort geboren und neben der Zeche Carl in Altenessen aufgewachsen. Wenn es dir nichts ausmacht, es hier öffentlich zu schreiben: In welchem Stadtteil wohnst du? (Sonst vielleicht über die PN) Mein Kinderbuch soll u.a. in Essen spielen, dann wirst du bestimmt so einige Orte wiedererkennen, wenn du meine Probekapitel liest :-)




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Re: Entzweit

Beitragvon W.Ritten » Di 18. Jun 2019, 13:35  


Liebe Bettina, liebe Barbara,
 
danke für eure ersten Eindrücke.
 
Ich weiß, es ist ein ambitioniertes Werk.
Die Figuren werden auf psychologischer Ebene mit- und gegeneinander kämpfen und ich werde mit Sicherheit gelegentlich dazwischengeraten{#emotions_dlg.01_na_warte}.
Psychologisch geschult bin ich, wenn auch nur durch Fortbildungen.
Ich denke auch, dass eine große Herausforderung darin besteht, die psychologischen Aspekte durch Handlungen und Dialoge zu beschreiben und nicht in eine Präsentation von Fakten zu verfallen.
Der Leser soll bestenfalls selbst auf die Idee kommen, dass er es mit einer narzistischen Persönlichkeit zu tun hat (nur als Beispiel).
 
Zum Thema Biografie:
 
Es ist so, dass die Biografie nur die Grundidee geliefert hat.
Biografisch ist einzig der Teil, das Geschwister getrennt voneinander aufwachsen mussten.
Die daraus folgenden Konflikte, Nöte, Lebensläufe etc. werden Fiktion sein.
 
Wovor ich Respekt habe:
Werde ich es schaffen, die Gegebenheiten der 50er Jahre, die ich in Rückblicken darstelle, authentisch wirken zu lassen?
 
Viele Grüße und frohes Schaffen in die Runde
Sabine
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Re: Entzweit

Beitragvon Amelie » Di 18. Jun 2019, 15:49  

Liebe Sabine,

das Thema Deines geplanten Romans hat mich spontan angesprochen. Ich bin gespannt darauf, mehr über die Situation von Heimkindern in den 50er Jahren zu erfahren und meine auch schon entsprechende Dokumentationen über diese Zeit gesehen zu haben. Ich würde mir wünschen, dass nicht nur Helene eine positive Entwicklung durchmacht, sondern auch Alma. Nachdem das Schicksal sie getrennt hat und sie einander wiederfinden durften, wäre es doch schön, wenn am Ende auch etwas Versöhnliches geschehen oder anklingen könnte. Du siehst, ich bin eine Freundin von Happy ends.

Liebe Grüße

Nicola
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Re: Entzweit

Beitragvon Elke » Do 20. Jun 2019, 10:59  


Liebe Sabine,
 
das ist Klasse.
Mir gefällt dein Plot bis hierher schon sehr.
Du schreibst, dass „Die Zustände in Kinderheimen in den 50er Jahren“ in deiner Geschichte eine große Rolle spielen.
Nun leg aber auch mal Fleisch auf die Rippen, sprich: lass Handlung entstehen.
Ich finde die Idee, dass Helene und Alma ohne voneinander zu wissen groß werden, grandios. Ich denke aber, dass mein Leserherz an den Kindern hängt und nicht an den, pardon, vllt. schrulligen alten Damen. Kinder haben die ganze Zukunft noch vor sich, während die Alten ggf. aus dem Vergangenen leben. Doch in der Jetztzeit, 2017, soll sich auch etwas abspielen: Alma rächt sich (vllt unbewusst?) für das Leid, das ihr in der Kindheit zugetragen wurde. Doch wie man es wendet und dreht, ob es gut oder böse ausgeht, die Leutchen sind alt und blicken auf ihr Leben zurück.
 
Jetzt stellt sich die Frage nach den Lesersympathien. Die Leser finden in (der frommen?) Helene einen Sympathieträger, in der rachsüchtigen Alma eine Antagonistin. Hier musst du aufpassen, nicht zu sehr nach Schwarz-Weiß zu rutschen. Die Prämisse: „Wird Helene ihre Schuldgefühle überwinden und sich damit aus der Umklammerung ihrer Schwester lösen?“ ist klar auf Helene gemünzt. Das ist womöglich zu individuell gefasst, ich würde eher auf feine Nuancen setzen – dass der Charakter der einen den der anderen mit verändert. Na ja, ich weiß nicht, wie ich es deutlicher machen kann. Mir schwebt ein Bild vor Augen – von einem Wald mit alten Bäumen, von dem der eine vom Efeu fest umklammert ist, bald absterben wird und nun eine Lichtlücke entstehen wird, in die die benachbarten Bäume schon jetzt hinein wachsen wollen. Das ist eine Metapher dafür, dass durch den Tod auch Raum für Neues geschaffen wird, und das wäre in etwa eine Prämisse, wie ich sie mir hier vorstellen könnte.
 
Ich sehe, dass noch Handlung fehlt.
Du hast den Transformationsbogen der Figuren aufgezeichnet. Das ist sehr gut.
Nun gilt es herauszufinden, welche Geschehnisse die Figuren in ihrem Charakter verändern.
 
Ich würde der Geschichte noch eine „dritte Dimension“ hinzufügen, vllt einen kleinen Trick. Dabei muss ich an den Film „Auf brennender Erde“ denken. Kennst du den? Hier wird aus Sicht mehrerer Protagonisten erzählt, man denkt, die Handlung laufe parallel, aber sie spielt tatsächlich auf zwei Zeitebenen. Irgendwann versteht man, dass die Hälfte der Handlung eigentlich eine Rückblende ist und dieselben Figuren alle zweimal im Film auftauchen: einmal im Hier und Jetzt, dann zu der Zeit, als sie Jugendlich waren. Hm, schwer zu erklären. Wenn du ahnst, worauf ich hinaus will und dieser „Trick“ für dich auch in Frage kommen könnte, dann schau mal hier:
 
https://de.wikipedia.org/wiki/Auf_brennender_Erde
 
Natürlich würde sich auch empfehlen, den Film einmal anzusehen. Ich habe ihn (bei Interesse?) auf dem Server liegen. Der Film erzählt so wunderbar asynchron, dass es der Mühe wert ist, sich diese Technik genauer anzusehen.
 
Soweit meine 2 Cent.
Ich denke, dein Werk wird einmal sehr spannend werden.
Mein Herz hängt, wie gesagt, an den Kindergestalten.
Empfehlen kann ich dir, jetzt an die Handlung heran zu gehen.
Ja, und ich bin nun gespannt, wie es hier weiter geht.
 
Herzliche Grüße,
schickt Elke
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Re: Entzweit

Beitragvon Elke » Fr 21. Jun 2019, 10:12  

Schau mal,

 vllt. ist das auch für andere interessant.

Daher hier:

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Re: Entzweit

Beitragvon Bettina » Fr 21. Jun 2019, 15:15  

Liebe Sabine!
Nachdem ich Elkes Kommentar gelesen habe, ist mir noch folgende Idee gekommen: Muss die Geschichte denn 2017 spielen, wenn die beiden Schwestern bereits über 70 sind? Tatsächlich geht es im Rückblick dann "nur" noch darum, sich mit der Vergangenheit auszusöhnen. Richtig viel ändern kann man ja nicht mehr. Kann die Geschichte nicht in den 70er oder 80er Jahren spielen? Da sind die beiden Mitte 20 und es kann sich wirklich noch was entwickeln in ihrem Leben. Und du hast nach dem Kindheits Teil noch eine spannende Geschichte,  in der man  als Leserin auch noch Identifikationsfiguren findet.
 Liebe Grüße!
Bettina
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Re: Entzweit

Beitragvon Jet Rink » Fr 21. Jun 2019, 15:50  

Hallo,


mir hat die klare Vorstellung der Persönlichkeiten der beiden "Schwestern" sehr gefallen, da sich daraus sehr viel Konflikt ergibt, wird es sicher sehr spannend, wie die sich aneinander heranpirschen und evtl. zusammen finden oder nicht. Ich glaube, mit der Anlage dieser komplexen Persönlichkeiten, wird sich die Geschichte fast von selbst weiter entwickeln.


Ich finde es auch aus einem andern Grund noch interessant, da ich selber Baujahr 1952 bin und die Zeit natürlich auch aus eigenem Erleben kenne. Ist bestimmt auch eine gute Möglichkeit im Hintergrund der Geschichte zeitgeschichtliche Ereignisse mit einzuarbeiten. Ist ein Thema, das mich auch reizt!


VLG

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Re: Entzweit

Beitragvon Ruffy » Fr 21. Jun 2019, 16:19  

Mir gefällt die das ausgearbeitete Beziehungsgeflecht äußerst gut. 
Bei der Geschichte fällen mir aber irgendwie männliche Figuren. Kann da nicht noch ein rüstiger Rentner auftauchen und für ein bisschen Wirbel in der Frauenwirtschaft sorgen? Wenn die Figuren in der Geschichte jünger wären, fände ich es auch interessant, wenn Helene auch einen Grund hat, auf Alma eifersüchtig zu sein. Vielleicht schmeißt diese sich mit jugendlichem Eifer an die Männer heran, für die Helene schwärmt und macht ihre Schwester gleichzeitig hinter ihrem Rücken schlecht. Nur so als exemplarische Anregung.

Ich denke, du hast ein gutes Grundgerüst für die Geschichte und kannst darauf gut aufbauen. Wenn du das Skelett jetzt sukzessive mit Fleischhäppchen fütterst, entsteht am Ende bestimmt ein toller Roman.

Beste Grüße

Raphael aka Ruffy



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Re: Entzweit

Beitragvon W.Ritten » Fr 21. Jun 2019, 20:04  

Liebe Elke, Bettina, Achim und Raphael,
vielen Dank für eure Ideen und Anregungen, die sehr hilfreich sind.

Der Plot ist nur grob zusammengefasst.
Es wird  sogar viel Handlung geben müssen.

Der Roman soll mit Helene beginnen. Das erste Kapitel erzählt von der Beerdigung ihres Vaters und vom Auffinden des Briefes. Dann werde ich zu Alma wechseln. Gleiche Zeit, anderes Milieu...usw. Wie ich die Kapitel zueinander in Beziehung setze, weiß ich noch nicht ganz genau. Bin da noch am Anfang.
Das, was ich mir vorstelle ist, zu zeigen, wie sich die Charaktere im Laufe des Lebens entwickelt haben und dass es daraus resultierend kein miteinander geben kann. Ich glaube, sie mit Mitte 20 aufeinandertreffen zu lassen, wäre zu früh. Die von mir genannten Jahre sind die, wo das Einschneidenste passiert (Tod des Vaters, Entdeckung, dass irgendwo eine Schwester ist...).
Kann nicht im Jahr 2017 die Auflösung erfolgen, aber viel mehr Handlung in der Kindheit spielen?
Das wichtigste ist mir, die Entwicklung der Charaktere durch das Milieu  aufzuzeigen und was es mit ihnen gemacht hat. 
Dies nur kurz zu Alma:
Alma steckt in folgendem Dilemma: durch ihre Biografie, sie hat emotionale Verwahlosung erfahren, hat sie gelernt, dass Beziehungen nicht förderlich sind, dass man ohnehin immer alleine ist. Will sagen, sie kommt wunderbar alleine zurecht, will alleine bleiben. Ihr anderer Wesenzug ist, dass sie sich nach Wertschätzung und Anerkennung sehnt. Das gelang ihr gut in ihrem Beruf: Labortätigkeit, typischer Einzelkämpfer, liefert gute Arbeit ab...
Dann kommt die Schwester. Man (um es mit Freud zu sagen, das Gewissen) hat sich eine Familie zu wünschen. Daran kann sie sich aus ihrer Zeit im Heim noch erinnern. Damals hätte sie viel für eine Schwester gegeben. Also nimmt sie diese Rolle an, so gut es aus ihrer Sicht möglich ist. Es streiten  Autonomie und eine Beziehung, gegen die sie eine Aversion hat (hat sie gegen jegliche Art von Beziehung), wenn ihr ahnt, was ich meine...
Für Alma habe ich auch einen Charaktertypus entwickelt. Ich denke aber, das kommt dann alles in der nächsten Aufgabe. In jedem Falle sind sie sehr gegensätzlich.
Ja, es wird viel Fleisch auf den Knochen geben müssen. Viele Handlungen, die den Charakter von Alma und Helene prägen. Es soll sichtbar werden, dass es am Ende weder für die eine, noch die andere Schwester hätte anders ausgehen können. Sie sind, was sie sind.

Es wird männliche Nebenfiguren geben.  Es wird um den Vater gehen und um den Heimleiter...

Die zentrale Frage hätte tatsächlich auch Alma einbeziehen müssen.

Ich schätze, ich habe vielleicht sogar 2 Protagonistinnen, die jeweils auch Antagonistinnen sind. Puh, geht das überhaupt?{#emotions_dlg.puzzled}

Soviel für heute
Sabine
Zuletzt geändert von W.Ritten am Mo 8. Jul 2019, 12:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Entzweit

Beitragvon W.Ritten » Di 2. Jul 2019, 15:28  


Hallo zusammen,

bevor ich meine erste Szene und die Figuren in die Runde werfe, hier eine kurze Anmerkung zum Plot:

Ich habe ihn etwas abgeändert. 

Helene wird nach dem Tod des Vaters auf den Hof ziehen.
Maria wird eine neue Nachbarin sein und sie ist auch diejenige, die der Schlüssel zu Alma ist (ihre ältere Adoptivschwester war in demselben Kinderheim)
Alma wird Ansprüche auf den Hof erheben und trotz ihrer Phobie gegen Beziehungen zu Helene ziehen. 

Viele Grüße
Sabine
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